Echt. Mobile Stadt.

Lüneburg braucht eine echte Mobilitätswende hin zur Fahrrad- und Fußgängerstadt – eingebunden in ein intelligentes ÖPNV-System.

Seit 1992 – also knapp 30 Jahre – gibt es einen Verkehrsentwicklungsplan, der den Grundsatz „Fahrrad vor Auto“ fixiert hat. Was ist seither passiert? Fast nichts!

Wir brauchen die schnelle Umsetzung von Maßnahmen, welche auf Basis eines breiten gesellschaftlichen Konsens das Radfahren in der Stadt deutlich attraktiver und sicherer macht. Sicherheit ist zugleich für die Fußgänger entscheidend, damit die Wege und das Verweilen in der Stadt auch für sie attraktiv sind.

Ich möchte die verkehrspolitischen Rezepte der Neunziger endlich überwunden sehen! Es braucht jetzt die Umsetzung eines Maßnahmenkatalogs, der das Auto nicht verdammt, doch in der City irgendwann überflüssig macht. Ich möchte die Menschen aus den Autos locken, indem wir ihnen ein attraktives Angebot machen mit ausreichenden und sicheren Radwegen, mit Radabstellmöglichkeiten.

Die Innenstadt gehört den Menschen. Es ist dringend Zeit für Maßnahmen, die allen Verkehrsteilnehmer*innen einen sicheren Raum geben. Dies gilt erst Recht, um die angestrebte Innenstadt-Belebung zu erreichen.

Utopie? Eben nicht. Dieser Maßnahmenkatalog liegt bereits vor! Er ist auf die von den Fachleuten an der Leuphana entwickelten Mobilitätskonzepte abzustimmen, sowie zügig und schrittweise umzusetzen! Hier werde ich sofort handeln.
Denn es funktioniert – die Umsetzung moderner Konzepte kann man in Kopenhagen, Münster, Göttingen, Bohmte oder Oldenburg bereits bewundern.

Ich setze mich für die Reaktivierung stillgelegter Bahnstrecken ein. Nur mit einer attraktiven Anbindung der umliegenden Orte und Gemeinden an unsere Stadt können wir den Zuzugsdruck auf Lüneburg mit abmildern. Darüber hinaus sollte es eine dichtere Taktung der Busverbindungen sowie sichere Radrouten zum Unigelände geben.

Und nur mit einem attraktiven ÖPNV ist das Auto auch verzichtbar. Hierzu braucht es eine enge Abstimmung und eine gute Gesprächsebene mit dem Landkreis. Die bringe ich mit. Denn wir Lüneburger*innen wissen am besten, wie die Busse in der Stadt fahren sollten. Und wir Lüneburger*innen werden am meisten von den Abgasen der völlig überalterten Bus-Flotte belastet. Hier ist Handlungsbedarf – und zwar dringend.

Was bedeutet das konkret?

Fußgänger:

  • Sofortgrün an Fußgänger-Bedarfsampeln und ausreichend lange Grünzeiten zur Querung der Straßen
  • Breite, gut ausgebaute und beleuchtete Fußwege. Diese sind barrierefrei zu gestalten. Das gilt besonders für die Innenstadt mit dem unebenen Kopfsteinpflaster.

Fahrrad:

  • Radverkehrsgerechter Umbau von Hauptradrouten, beginnend mit Vor dem neuen Tore/Neuetorstraße, Teilen der Bleckeder Landstraße und der Dahlenburger Landstraße vor den Eisenbahnbrücken.
  • Beschilderung der bestehenden Radschönrouten.
  • Radverkehrsgerechter und sicherer Umbau von Kreuzungen, wie der Stern-Kreuzung (Soltauer Str./Uelzener Str.), der Rewe Kreuzung (Vor dem neuen Tore) und der Reichenbachkreuzung (Polizei).
  • Zeitnahe Umsetzung des beschlossenen Fahrradstraßenrings.
  • Ausbau der öffentlichen Fahrrad-Stellplätze.

Innenstadt:

  • Den Einsatz von versenkbaren Straßenpollern bei gleichzeitig deutlich reduzierter Zahl der Einfahrt-Sondergenehmigungen.
  • Die teilweise Verlagerung des Linienbusverkehrs (z.B. Am Berge/Rosenstraße/An den Brodbänken), der Sande bleibt als Aus- und Einstiegsmöglichkeit erhalten. Die Erreichbarkeit wird durch Shuttleverkehre ergänzt.
  • Barrierefreie Gestaltung: Das gilt besonders für das unebene Kopfsteinpflaster – hier sind auch neue Ideen und Kompromisse mit dem Denkmalschutz erforderlich und z.B. an gezielten Stellen das abgesägte Kopfsteinpflaster einzusetzen.
  • Aufbau eines Netzes an „Mikro-Depots“ für einen innerstädtischen Lieferverkehr mit Lastenrädern und Elektrofahrzeugen.

Autoverkehr:

  • Förderung der E-Mobilität durch Ausbau der Ladeinfrastruktur.
  • Tempo 30 für Sammelstraßen in den Wohnquartieren mit reduziertem Durchgangs- und Parksuchverkehr.
  • Passgenaue Parkraumbewirtschaftung mit ausreichend Stellplätzen für Anwohner.
  • Autoarme Wohnquartiere.
  • kostenlose Park & Ride-Möglichkeiten, insbesondere für Pendler*innen.